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Lebende Steine im Meerwasser Aquarium

Fluch oder Segen der gekauften lebenden Steine.

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Lebendgestein ist entweder aus echten Riffen in der ganzen Welt entnommenes oder extra “gezüchtetes” Gestein. Es bietet zum Einen eine hohe Porösität und ein damit verbundenes Ansiedlungspotential für die denitrifizierenden Bakterien, darüber hinaus trägt ein einziger lebender Stein aber auch noch Milliarden von anderen Bakterien und Kleinstlebewesen die für den Betrieb eines Meerwasserbeckens unerlässlich sind, mit und in sich. Kleine Krebstiere sind für einige Fisch- aber auch Korallenarten eine perfekte Nahrungsergänzung und tragen so zum Wachstum von Korallen bei, das ohne lebende Steine nicht möglich wäre.

Oftmals schleppt man sich aber auch ungebetene Lebewesen ein, die unter Umständen Korallen und Fische schädigen können. Schnecken, Krabben, Glasrosen und Borstenwürmer gehören sicherlich zu den ungebetenen Gästen im Riffaquarium.

Lebendsteine machen es erst seit einigen Jahren möglich, empfindliche Steinkorallen in ein Aquarium einzusetzen. Eine Alternative dafür gibt es nicht. Auch die hochwertigste Riffkeramik, benötigt mindestens 1 Jahr um genügend mit Bakterien besetzt zu sein um eine für ein modernes Becken ausreichende Filterung zu gewährleisten.

Ist die Filterung anderweitig sicher gestellt, muss man sich noch darum kümmern das die Kleinstlebewesen ins Becken gebracht werden und sich vermehren können. Hierzu wäre der lebende Sand (Live Sand) das Mittel der Wahl, er bietet aber nicht annährend die Vielfalt an Mikroorganismen wie ein lebender Stein.

Was also tun um die lebenden Steine, möglichst frei von Schadstoffen und Schädlingen zu bekommen.

In Amerika unter den Riffaquarianern eine bereits weit verbreitete Variante ist das “Liverock Curing”. Hierbei werden neue lebende Steine für einige Wochen in z.B. eine Tonne oder einen Kinderplanschbecken gelegt. Ein angeschlossener Skimmer und ein alle zwei Tage (!) durchgeführter Wasserwechsel, sorgt für die Heilung (to cure= Heilung/Kur) der Steine und meistens auch für den Rückgang unbeliebter Schmarotzer.

Der Salzgehalt wird auf ca. 1.020-1.021, maximal 1.022 abgesenkt. Die Temperatur auf 22 – maximal 24 Grad Celsius. Dies dient für eine schnellere “Kur” der Steine.

Nach zwei Wochen mit regelmässigen Wasserwechseln mehrmals die Woche, werden die Werte nach der zweiten Woche wieder auf die gewünschten im späteren Becken erhöht.

Die Wasserwechsel sind der wohl wichtigste Bestandteil um das Lebendgestein wirklich “sauber” zu bekommen. Je Öfter desto besser!

Vor Beginn der eigentlichen “Behandlung” sollten die Steine untersucht werden. Verschwammte stellen werden meistens mit einem Fingerdruck (am besten Handschuhe benützen) gefunden und mit einem Messer beseitigt.

Bei vorhandenen Schwämmen, diese sterben zwar an der Luft, regenerieren sich aber aus der kleinsten Spore wieder, sollte die Zeit der gesamten Kur um 1-2 Wochen verlängert werden.
Nach der Reinigung sollten die Steine gut ausgeschütelt werden – auch hier wieder: Bitte unbedingt Handschuhe nutzen, die Stacheln der Borstenwürmer stellen ein Feld Brennnesseln in den Schatten.